Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt -Außenstelle Süd-

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Gender Mainstream


leiste_wsd_gebaeudeleiste_zustaendigkeitsbereich leiste_strategie leiste_diagramm


Mit Kabinettbeschluss vom 23. Juni 1999 hat die Bundesregierung die Gleichstellung von Frauen und Männern als durchgängiges Leitprinzip ihres Handelns anerkannt und beschlossen, diese Aufgabe mittels der Strategie des Gender Mainstreaming (GM)zu fördern.

Gender Mainstreaming (GM)

bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.

Gender

bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten (und erlernten!) Geschlechtsrollen von Frauen und Männern.

Mainstreaming (engl.)

bedeutet, dass eine bestimmte inhaltliche Vorgabe zum zentralen Bestandteil bei allen Entscheidungen und Prozessen gemacht wird.

Der Entscheidung der Bundesregierung zugrunde liegt die rechtliche Verpflichtung der EU-Mitgliedstaaten aus dem Amsterdamer Vertrag zu einer aktiven Gleichstellungspolitik im Sinne des Gender Mainstreaming.

Art. 2 des Amsterdamer Vertrages:

Aufgabe der Gemeinschaft ist es, durch die Errichtung eines Gemeinsamen Marktes und einer Wirtschafts- und Währungsunion sowie durch die Durchführung der in den Artikeln 3 und 4 genannten gemeinsamen Politiken und Maßnahmen in der ganzen Gemeinschaft (...) die Gleichstellung von Männern und Frauen (...) zu fördern."

Art. 3 des Amsterdamer Vertrages:

Bei allen in diesem Artikel genannten Tätigkeiten wirkt die Gemeinschaft darauf hin, Ungleichheiten zu beseitigen und die Gleichstellung von Männern und Frauen zu fördern."

Auch Art. 3 Abs. 2 unseres Grundgesetzes ist eine wichtige Rechtsgrundlage für die Gleichstellungspolitik. Der Staat muss sich aktiv um die "tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung" und um die "Beseitigung bestehender Nachteile" bemühen (Art. 3 Abs. 2 S. 2 GG). Auch im neuen Bundesgleichstellungsgesetz findet man den Mainstreaming-Ansatz:

§ 2 Bundesgleichstellungsgesetz:

"Alle Beschäftigten in der Bundesverwaltung, insbesondere Führungskräfte, müssen die Gleichstellung von Frauen und Männern fördern; diese Aufgabe ist durchgängiges Leitprinzip in allen Aufgabenbereichen."

Unterschiede zwischen Gender Mainstreaming und Frauen(gleichstellungs)politik

Gender Mainstreaming (GM) und Frauenpolitik sind unterschiedliche Mittel, um die Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen.

Ziel von GM ist es, die unterschiedlichen Realitäten, Sichtweisen und Bedürfnisse von Frauen und Männern zur Grundlage und zum Qualitätskriterium von politischen und administrativen Entscheidungen zu machen. Dabei wird im Unterschied zur reinen Frauenförderung auch die Situation der Männer in die Entscheidungsfindung einbezogen.

Frauenförderung wird von Personen und Organisationseinheiten betrieben, die für Gleichstellungspolitik ausdrücklich zuständig sind, etwa von der Gleichstellungsbeauftragten in einer Behörde.

Dagegen nimmt Gender Mainstreaming alle an einer Entscheidung beteiligten Institutionen und Personen in die Pflicht. Es liegt nun in der Verantwortung der für die Entscheidung Zuständigen - und nicht mehr ausschließlich in der Verantwortung der Frauenpolitik -, auf die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen hinzuwirken.

GM ist bei allen politischen Entscheidungen zu berücksichtigen, auch bei solchen, denen auf den ersten Blick keine geschlechtsspezifische Problematik eigen ist, während die Frauenförderung in der konkreten Benachteiligungssituation eingreift. Wenn eine Maßnahme sich auf Menschen, d.h. Frauen und Männer, auswirkt, ist im Entscheidungsverfahren auf jeden Fall das GM-Prinzip zu beachten. Für die Prüfung und das Verfahren gibt es verschiedene methodische Ansätze, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll (Einzelheiten s. angegebene Internetseite).

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.gender-mainstreaming.net